Programm des VPPK - Hessen

 

Das PsychotherapeutInnengesetz und die KrankenhauspsychologInnen

 

Das PsychotherapeutInnengesetz hat den Titel des psychologischen Psychotherapeuten und des Psychotherapeuten für Kinder - und Jugendliche als Heilberuf eingeführt und geschützt und die Tätigkeit der niedergelassenen PsychotherapeutInnen in voller Eigenverantwortung geregelt. Im ersten Jahr des Psychotherapeutengesetzes konnten die ambulant tätigen Psychologischen PsychotherapeutInnen ihre Therapien im Rahmen der neugeklärten Eigenverantwortlichkeit durchführen.

 

So weit - so gut !

 

In den Kliniken wurde die formale Durchführung der Approbation zwar begrüßt, an den Rahmenbedingungen der Arbeit änderte sich jedoch nichts. Für die in den Kliniken angestellten Kollegen hat sich aber durch die Approbation trotz des erklärten Willens des Gesetzgebers zu einer Gleichstellung des psychologischen PsychotherapeutInnen mit dem Facharzt für Psychotherapie noch nichts geändert. Der organisatorische Rahmen blieb durch das bisher nicht angepasste Landeskrankenhausgesetz rein ärztlich-medizinisch geregelt. Die eigenverantwortliche Tätigkeit entsprechend der des Facharztes in Bezug auf Planung und Durchführung der Therapie, Leitungsfunktionen, Konzeptgestaltung der Kliniken, Vergütung, Unterschriftsbefugnis und vieles mehr muß erst noch erstritten und konkret geregelt werden. Die Gleichstellung in der Verantwortlichkeit bei der von Planung und Durchführung der Therapie mit dem Facharzt in praktischer, juristischer und tarifrechtlicher Hinsicht wurde bisher noch nicht umgesetzt.

 

Schlimmer noch!

 

Die Arbeitgeber nutzen die Unklarheit um die Position der PsychologInnen weiter zu schwächen. Die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Arbeitgeberverbände z.B. beschlossen, approbierte PsychologInnen nur noch nach BAT III einzustellen. Außerdem ist im Gesetz zwar klar festgelegt, daß für die Ausbildung zum psychologischen PsychotherapeutInnen 1800 Stunden praktischer Tätigkeit erbracht werden müssen. Regelungen für diese Ausbildungszeit fehlen aber. Der Status der Berufsanfänger, der Ausbildungszeit und der Praktikanten ist unklar. Auch hier wird die Lücke auf Kosten der PsychologInnen genutzt: Berufsanfänger werden in der Ausbildungszeit zu BAFöG Empfängern!

 

Regelungen entsprechend den Ausbildungsverträgen der Fachärzte müssen geschaffen werden.

 

Gründung eines hessischen Verbandes

 

In dieser Situation müssen wir uns als PsychologInnen in den Krankenhäusern organisieren, um unsere Interessen wirkungsvoll zu formulieren und durchzusetzen. Ende letzen Jahres hat sich mit diesem Ziel der Berufs- und Fachverband VPPK Hessen in Marburg zeitgleich mit einem Dachverband gegründet. Unter dem bundesweiten Dachverband des BVKP (Bundesverband der KrankenhauspsychotherapeutInnen). Bisher sind Landesverbände aus Baden Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen durch ihre Vorsitzenden in einer Arbeitsgemeinschaft aktiv, um hier bundesweit tätig zu werden und berufspolitische Forderungen gegenüber dem Bundesgesetzgeber zu vertreten.

 

Interessenvertretung der KrankenhauspsychotherapeutInnen

 

Der VPPK versteht sich als Sprachrohr und Interessenvertreter der KlinikpsychologInnen - unabhängig von Fachrichtungen und Therapieschulen. Zwar haben wir uns mit dem Sitz von Peter Schüler im Errichtungsausschuß schon eine gute Startposition erkämpft, unsere Basis ist aber zahlenmäßig noch klein. Als KlinikpsychologInnen dürfen wir den wichtigen Zeitpunkt jetzt nicht ungenutzt lassen.

 

Mitglieder im VPPK-Hessen

 

Die Mitglieder des VPPK-Hessen stammen aus Akut-Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, Psychiatrischen Krankenhäusern, Psychosomatischen Kliniken und Allgemeinkrankenhäusern.

 

Vertretung der angestellten PsychologInnen in der Kammer

 

Ein erster wichtiger Schritt, um die beruflichen Rahmenbedingungen für unsere Tätigkeit als PsychologInnen in den Kliniken konkret mitzugestalten, ist dem VPPK - Hessen jetzt gelungen: Wir sind mit einem von 20 Sitzen im Errichtungsausschuß für die PsychotherapeutInnenkammer im Sozialministerium vertreten. Dort werden jetzt die Weichen gestellt für die Wahl und Organisationsstrukturen für die Kammer, die in einem Jahr zwingend gewählt werden muß. Alle approbierten PsychologInnen werden Mitglieder sein und einen beachtlichen Jahresbeitrag zahlen (vermutlich zwischen 350 und 850 DM).

 

Diese Kammer regelt und überwacht dann z.B. Berufspflichten - auch über Berufsgericht und Schiedsstelle, vertritt die Interessen der Mitglieder, regelt die Ausbildung, berät den Gesetzgeber usw. Erfahrungsgemäß haben die Fachverbände, die im Ausschuß und später auf den Wahllisten ebenfalls vertreten sind, schwerpunktmäßig die Interessen der niedergelassenen Kollegen vertreten.

 

Es wird ganz konkret über unsere berufliche Zukunft entschieden:

 

Psychologische PsychotherapeutInnen in Leitungsfunktionen

 

Psychologische PsychotherapeutInnen sollten in die Leitungen der Kliniken einbezogen werden und entsprechend ihrer Qualifikation leitende Positionen einnehmen können. Der Landesverband der Krankenhaus-PsychotherapeutInnen (VPPK-Hessen) hat sich zur Aufgabe gesetzt, sich um die Belange der angestellten Kollegen zu kümmern. Die Krankenhaus-PsychotherapeutInnen sind im PsychotherapeutInnengesetz "vergessen" worden.

 

Wie werden wir in Zukunft bezahlt werden? Welche Positionen können wir in den Kliniken besetzen? Dürfen wir in voller alleiniger Verantwortung Stellungnahmen, Krankschreibungen usw. unterschreiben? Wird es eine Versorgungskasse geben?

 

Hier werden wir uns als VPPK - Hessen mit aller Energie für die KrankenhauspsychologInnen einsetzen. Unsere Interessen formulieren und effektiv für die Durchsetzung eintreten.

 

Wir brauchen Eure Unterstützung als Mitglieder!

 

Die Stellung der Berufsanfänger

 

Die Berufsanfänger sollen entsprechende, angemessene Tarifverträge erhalten. Kein Abstufen auf BAT III.

 

Die Stellung der Ausbildungsteilnehmer in den Kliniken

 

Die Stellung des PsychologInnenberufs wird unterhöhlt, wenn die PsychologInnen während der Ausbildungszeit kostenlos arbeiten müssen. Das betrifft letztlich alle PsychologInnen und nicht nur die Ausbildungsteilnehmer!

 

 

Interessenvertretung der angestellten PsychologInnen

 

 

Forderungen sind:

 

a) Änderung der juristischen Stellung des PsychotherapeutInnen im Krankenhaus.

Der approbierte Psychotherapeut (Psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut) ist dem Facharzt gleichzustellen. Nach dem Gutachten von Redeker/Bracher muss vor allem im § 107 SGB V festgelegt werden, dass ein Krankenhaus mit Pflichtversorgung auch von einem PsychotherapeutInnen geleitet werden kann.

 

b) Psychotherapeutische Behandlung in Krankenhäusern muss durch Psychotherapeutlnnen durchgeführt und in den Stellenplänen und Verordnungen angemessen verankert werden, z. B. in der Personalverordnung Psychiatrie (PsychPV). Im Rahmen der PsychPV ist der approbierte Psychotherapeut mit dem Facharzt, Oberarzt bzw. abteilungsleitenden Arzt in einer Gruppe zusammenzufassen; PsychotherapeutInnen in Ausbildung in einer Gruppe mit dem Arzt in Weiterbildung (Assistenzarzt).

 

c) Bei der Vergütung sollten PsychotherapeutInnen in Ausbildung prinzipiell den Ärzten in Weiterbildung (Assistenzärzte) gleichgestellt werden. Es ist darauf hinzuweisen, dass PsychotherapeutInnen in Ausbildung wesentlich höhere Kosten als Ärzte in Weiterbildung (Assistenzärzte) privat aufzubringen haben.

 

d) Auch im Dienst- und Tarifrecht muss der approbierte Psychotherapeut dem Facharzt gleichgestellt werden.